Motorradreifen einfahren – Mythen, Fakten und so geht es richtig und am schnellsten! Beim Kauf von neuen Motorradreifen ist es sicherlich vielen schon aufgefallen. Auf dem Etikett des Reifens wird eine Einfahrphase vorgeschrieben, in der starkes Beschleunigen, extreme Schräglage und zu starkes Bremsen vermieden werden soll. Auch die Reifenhändler weisen auf diese Einfahrphase hin… Was es mit dem Mythos Motorradreifen einfahren auf sich hat, ob es wirklich immer nötig ist und wie es am schnellsten geht bis ihr richtig in die Kurven legen könnt, erfahrt ihr hier…

Motorradreifen einfahren – Darum ist es wichtig!

Der neue Reifen tendiert dazu rutschig zu sein. Das liegt zum einen daran, dass der Gummi kalt ist und zum anderen, dass die Oberfläche des Reifen auch im Mikrobereich noch geschlossen und glatt ist. Schaut man sich einen gefahrenen Reifen an, so erkennt man, dass dieser doch ziemlich rau ist, was druch die Verzahnung mit dem Asphalt entsteht. Neue Reifen weisen diese Eigenschaft noch nicht auf und sind deshalb rutschiger, da sie weniger mechanischen Grip bieten.

Glatter neuer Reifen

Im Extrem auf der Rennstrecke genutzter Reifen mit mechanischem Abrieb

Ebenso wichtig ist es sich in der Einfahrphase mit dem neuen Reifen vertraut zu machen. Verschiedene Reifenmodelle weißen unterschiedliche Eigenschaften auf und beeinflussen das Fahrverhalten maßgeblich und fühlen sie unterschiedlich in Kurven oder im Fahrbetrieb an. Auch der Fahrer muss sich erst an den neuen Reifen gewöhnen…

Einfahrdauer von Motorradreifen

Die Einfahrdauer von Motorradreifen hängt stark vom Reifen und vor allem seiner Gummimischung ab. So sind weiche Sportreifen binnen weniger Kilometer eingefahren (z.B. Michelin Power RS o. Metzeler Sportec M7RR), Racetrack Slicks und Rennreifen sogar in wenigen Kurven bzw. einer Runde (z.B. Pirelli Supercorsa). Harte Tourenreifenmischungen können auch gerne mal 100 Kilometer Einfahrzeit benötigen, bis sie den nötigen mechanischen Grip bieten um ordentlich umlegen zu können…

Die meisten Reifenhersteller empfehlen eine Einfahrzeit von 50-100 Kilometern, da auf dieser Distanz die meisten Kunden theoretisch genügend Kurven gefahren sind, um die mechanischen Grip-Eigenschaften zu aktivieren. Beachtet aber, dass 100 Kilometer auf der Autobahn beispielsweise die Reifen nicht richtig einfahren und so längere Einfahrzeiten nötig werden können! Kurven sind hier das Schlüsselwort!

Mein Tipp zum Reifeneinfahren:

Sucht euch am besten eine kurvige Straße oder am besten eure Hausstrecke und fahrt einfach. Beginnt gemütlich mit nicht zu viel Schräglage und Beschleunigung und steigert euch nach und nach. Binnen weniger Kilometer sind die meisten modernen Straßen- und Supersportreifen eingefahren!

Mythen Reifen einfahren beim Motorrad

Rund um das Reifen Einfahren gibt es auch eine Menge Mythen. So zum Beispiel die Idee die Reifen mit Schleifpapier abzuschmirgeln und so die Einfahrzeit zu reduzieren… Lasst es einfach bleiben! Es ist reine Zeitverschwendung! Reifen sind hart und resistent genug um ein wenig Schleifen zu widerstehen. Ihr bekommt nicht annähernd genug Kraft auf den Reifen, wie der Abrieb zum Beispiel beim Gas geben oder in Kurven ist!

Auch der Mythos des rutschigen Trennmittels auf Reifen ist heutzutage weit verbreitet nach wie vor in aller Munde! Ja vor einigen Jahren oder Jahrzehnten war es wohl richtig, dass Reifenhersteller fettige / ölige Substanzen nutzten um den Reifen aus der Form zu holen. Die sogenannten Trennmittel blieben dann für eine Weile auf dem Reifen und sorgten für verminderten Grip. Heutzutage ist das wohl ein Mythos für Reifen von Top-Herstellern wie Pirelli, Michelin oder Metzeler, da die Formen entweder mit Teflon beschichtet oder poliert sind und somit kein Trennmittel mehr eingesetzt werden muss.

Glaubt es uns einfach: KEIN einziger großer und seriöser Reifenhersteller schmiert heutzutage noch irgendetwas rutschiges auf den Reifen!

Wie fahrt ihr eure Motorradreifen ein? Hinterlasst eure Gedanken und Tipps im Kommentarbereich!

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